Jonathan Kohn kann an jedem Tag ein oder mehrere Geschäfte abschließen. In jedem Fall nimmt er eine kleine Probe von seinem Einkauf. Diese wird ins Büro nach Nürnberg geschickt, wo sie von den Partnern begutachtet wird. Die finden den Hopfen »so und so«. Nur einmal im Jahr stoßen sie auf eine besonders gute Probe von sogenanntem »Messe«‐Hopfen. Niemals werden sie einem Käufer sagen, dass er gute Arbeit geleistet hat. Das kann ihn in Zukunft eingebildet und neidisch machen.
Der Kauf beim Erzeuger war nicht die einzige Möglichkeit, Hopfen für die Brauereien zu bekommen.
In Nürnberg gab es in der Nähe der »Mauthalle« einen Hopfenmarkt, der früher sehr wichtig war. Damals brachte ein Käufer eine Schablone mit und markierte die Ballen mit seinem Firmennamen, damit er sicher sein konnte, dass die richtigen Ballen in sein Lager geliefert wurden. Der Verkäufer oder »Kommissionaer« bezog seinen Hopfen auf Kommission vom Bauern, der hoffte, auf diese Weise einen besseren Preis zu erzielen. Nach und nach fanden es die Händler jedoch vorteilhafter, direkt beim Erzeuger zu kaufen, und der Kommissionär verlor weitgehend an Bedeutung.
