Folgenden Brief schrieb das Ehepaar Reitzenberger an den Bräutigam Salomon Bing in Memmelsdorf der sich kurz vorher mit der Schwester Jettes, Babette Tuchmann, verlobt hatte:

Burgkundstadt, den 20. Januar 1837,

Mein lieber Schwager;!

Es wäre mir kaum zu verdenken, wenn ich meinen Brief anfangen würde. Dir mit Vorwürfen wegen Deinen langen Stillschweigen zu entgegnen und ich War auch anfangs darüber böse, daß Du uns so lange in Verlegenheit herumirren ließest da Du dich eben dahin entschuldigst, daß Du bei der Braut bist kan ich Dir glauben, den da kan ich selbst aus eigner Erfahrung reden wen man in den Stande ist, hat man sich ein wenig zusammen zu nehmen, wenn man allen leuthen recht thun will. Ich kan Dir für jetzt wohl nichts anderes schreiben, als daß ich Dich wiederholt ersuche, mich mit Antwort zu befriedigen und Deine weitere Meinung darüber sagen, dann können wir die Sache weiter verfolgen. Was sagen die Leute in Ühlfeld? was gibt es dort neues? Hatte man bei dem Vergnügen uns nicht gedacht? Diesmal war doch statt dem Reitzenberger Philipp zu hause, das ist bestimmt recht lustig geworden, ich wollte wäre auch zugegen gewesen, zumal wens 1Schaleter, geben hatte, ich tröste mich, wenn wir gesund sind, machen wir einmal einmal eine Vergnügungsreise zusammen nach Ühlfeld, da muß aber die sämtliche Familie dort eintreffen, für heute will ich schließen, will meiner lb. Frau recht viel Platz lassen zum schreiben, wird viel mit Dir zu discurieren haben, lebe wohl und bleibe gesund wie es wünscht unter der schönsten Begrüßung

Dein Schwager
Reitzenberger

Mein lieber Salomon !

Hoffentlich, und wie ich herzlich wünsche, wirst Du recht wohl in Memmelsdorf wieder ange‐ kommen seyn und alles in größter Ordnung angetroffen haben, ich sollte hallt recht mit Dir zanken, daß unser neu Brüderschaft die wir in unsere jüngste Briefe machten, so einen schlechten anfang gemacht hatte, und Du mich so lange in Verlegenheit ließest, aber nein 1 Dein eigenes Gewissen wird Dir schon sagen wie unrecht Du an mir gehandelt hast und ich bin Dir wahrlich zu gut nur einen einzigen Vorwurf zu machen. Daß Du die Reise nach Ühlfeld so bald unternommen hattest, hat mich herzlich gefreuet; hat es Dir auch gefallen dort? Bist Du mit Deiner Babette ins reine? schreibe mir alles, ich bitte Dich darum, verhehle mir nichts, gar nichts, nur damit kannst Du Dein Vergehen wieder gut machen.

Wie befindet sich Deine werthe Familie in Scheinfeld? Deine lb. Mutter möchte ich nur gesehen haben, die wird eine Freude mit ihrem 1b. Söhnchen gehabt haben, hast Dich aber nicht lange dort aufgehalten, ist mir wenigstens ein Beweis, daß Du doch gerne in Ühlfeld warst. Jetzt eine Bitte, magst Du nicht die Güte haben und mir einen halben Zentner dürre Zwetschken besorgen ? ich plaget Dich nicht damit, wenn ich für jetzt eine Gelegenheit nach Ühlfeld hätte.

Für heute weiß ich nichts besonderes zu schreiben, ich erwarte recht bald von Dir einen großen Brief, dann werde ich Dir pflichtgemäßig antworten und nicht machen wie mein lieber Bruder oder vielmehr der lüderliche Bing.

Indem ich Dich herzlich grüße, und wünsche recht wohl zu leben, bin ich

Deine Jette Reitzenberger.

Sonderbar wie doch die Weiber sich gleich wieder zu helfen wissen und anstatt sich zu zanken, können sie die größten Süßigkeiten auch einem ins Gesicht sagen und es ist doch wahrlich in der That wahr wer kann mit Dir zanken? Such nun Deine Vergangenheit wieder zu verbessern und setze uns für die Zukunft nicht mehr so in Verlegenheit, denn ich sage Dir hiemit aufrichtig, daß unter allen die Dir verpflichtet sind niemand mit so großen Eifer ergeben ist, als Dein Schwager

Reitzenberger.

In dem Segnungsbuch des Lehrers Ottenstein in Bamberg, fand sich unterm II. Februar 1865 folgende Eintragung:

In den heiligen Stand der Ehe werden eintreten und wird dies zum ersten, zweiten, dritten Male verkündet:
Herr Simon Bachmann aus Kronach mit
Jungfrau Hedwig Reitzenberger von hier.
Der Herr gebe ihnen seinen heiligen Segen. Amen.
Segne Herr die jüngst Vermählten Herrn Simon Bachmann aus Kronach mit seiner ihm angetrauten Gaftin Hedwig. Möge ihre Ehe stets eine glückliche sein.

Und unterm 4. 8. 1873 eine ähnliche Eintragung für
Herrn Simon Bruckmann aus Fürth mit Jungfrau Emma Reifzenberger von hier.