und ein Holzgeschäft zu betreiben. Diese Idee wurde zur Wirklichkeit, die Schneidemühle wurde erbaut und das Geschäft machte bald gute Fortschritte. Nach ca. 4 jähriger gemeinschaftlicher Tätigkeit trat Krause wieder aus und mein Vater übernahm das Geschäft allein. Durch die alleinige übernahme dieses Holzgeschäftes hatte sich mein Vater zwar eine sehr große Last aufgebürdet, doch bei seinem großen Fleiße, seiner Umsicht und Sparsamkeit konnte der Erfolg nicht ausbleiben und da er inzwischen auch seine Söhne, August, Franz und Louis zur Hilfe herangezogen hatte, blühte das Geschäft mehr und mehr auf, sodaß er später seinen ältesten Sohn August als Teilhaber aufnehmen konnte. Inzwischen waren auch meine Schwestern Rosa und Julie älter geworden, sodaß sie bereits in der Häuslichkeit mithelfen konnten und als sie das 18. Lebensjahr erreicht hatten, wurde bereits an deren Verheiratung gedacht. Das Glück war den beiden recht hold, da sie recht tüchtige solide Männer fanden und somit gut versorgt waren.‟ ‐ ‐

Aus dem Geschäfte des Philipp Tnchmann haben sich bis heute folgende Firmen entwickelt:
Holzhandlung Tuchmann und Sohn, Dessau (August),
Hopfenhandlung Gebrüder Tuchmann in Nürnberg, (Franz und Louis),
Holzhandlung Heinrich Tuchmann, Berlin und
Hopfenhandlung Philipp Tuchmann in Nürnberg (Max Philipp)

Franz Tuchmann erzählt nun weiter über seine Familie mütterlicherseits: „Mein Großvater Abraham Hellmann trieb ebenfalls Hopfenhandel und hinterließ bei seinem am 7. Mai 1824 erfolgten Tode jedem seiner Kinder ca. 5000 Gulden, welcher Betrag auch die Mitgift meiner Mutter Gette war. Mein Großvater

Abraham Hellmann starb, nachdem er sich in Augsburg infolge zu schweren Hebens eine Krankheit zugezogen hatte und krank nach hause zurückkehrte, an den Folgen dieser Krankheit. Die Großmutter Rosette Hellmann, geborene Mailänder, aus Dispeck gebürtig, war eine sehr feine, hübsche, religiöse Frau, die auch nur Sinn für Häuslichkeit halte. Nach dem Tode ihres Mannes verheiratete sie sich später mit Ensel Landecker, mit dem sie jedoch keine glückliche Ehe führte und so kam es, daß sie einen sehr ruhigen Charakter annahm und nur durch das freundliche, heitere und wohlwollende Wesen meines Vaters oftmals in eine bessere Stimmung versetzt wurde. Sie starb wahrscheinlich an einer Brustkrank‐ heit und aus Kummer über ihren 2. Mann, der den Getränken nicht abhold war. Der Ehe meines Großvaters Abraham Hellmann entsproßten 3 Kinder: Meine Mutter Gette, Wolf geboren den 8. Oktober 1821 und Louis (Lazarus), geboren den 6. Dezember 1823. Wolf Hellmann starb am 2. Juli 1843, Louis Hellmann hafte, nachdem er einige Jahre in. Amerika verbracht hatte, ein Kompaniegeschäft mit meinem Vater, das unter der Firma Tuchmann & Cie. geführt wurde. Louis Hellmann heiratete 1858 ein Fräulein Johanna Cohn aus Dessau; er starb am 30. Oktober 1865.‟ ‐ ‐