ihm an Bildung ebenbürtig. Mathilde war eine hervorragende Hausfrau, ein Muster an Ordnung, es gab kein Stäubchen im Hause. Vielleicht tat sie hierin des Guten etwas zu viel. ‐ Aus dieser Ehe entstammen zwei Töchter. Nach Maiers Tod 1878 nahm sich Moritz der Witwe seines Bruders, seiner Waisen väterlich an und führte seine Schwägerin Sofie noch jahrelang als gleichberechtigte Teilhaberin im Geschäft mit. 1907 befiel Moritz ein schweres Herzleiden mit Herzwassersucht und am 2. März 1908 hauchte er den letzten Atem aus. tief beweint von den Seinen. Seine Frau, selbst schwer leidend, hatte ihn während der langen Krankheit aufopfernd gepflegt. Nach seinem Hinscheiden brach sie körperlich und seelisch zusammen und folgte ihm nach wenigen Wochen im Tode nach. Sie starb am 26. Juni 1908.

Nach Maiers Tod ist der Bruder der beiden Frauen Bernhard Eckstein ins Geschäft nach Ulm gekommen und traf 1881 als Teilhaber in die Firma ein.

Helene Winkler war am 25. November 1840 in Schnaittach geboren und vermählte sich zwanzig‐jährig mit dem Witwer Elias Klopfer aus Hürben, dem heutigen Krumbach. Die erste Frau war eine geborene Landauer aus Hürben. Sie traf bei ihrer Verheiratung drei Kinder an. wovon das älteste 5, das Jüngste 3 Jahre alt war‐ Dies Jüngste, ein Mädchen, hat später den bekannten, inzwischen ver­storbenen Professor Grödel in Nauheim geheiratet. Helene war den Kindern ihres Gatten eine gute Mutter, erzog sie vorzüglich und sorgte für sie bis an ihr Lebensende wie eine leibliche Mutter. Aus dieser Ehe ging ein einziger Sohn hervor. Elias Klopfer hatte ein Engros‐Geschäft in Tuch, Zigarren etc‐, das 1861 nach Augsburg verlegt wurde. Im Jahre 1870 wurde es in ein Bankgeschäft umgewandelt, das sich unter Führung des ältesten Sohnes Benno zu einem der ersten Bankhäuser Augsburgs entwickelte und 1919 an die Mitteldeutsche Creditbank Frankfurt‐Berlin überging. Benno, der inzwischen Kommerzienrat geworden, wurde in den Aufsichtsrat berufen. Am 12. April 1899 starb Elias und Helene zog 1901 nach München, wo sie am 27. Dezember 1905 ihrem schweren Herzleiden erlag.

Siegmund Winkler ist am 3. Dezember 1842 in Schnaittach geboren und am 3. März 1909 in Ulm gestorben. Er war unverheiratet und wohnte ebenfalls im Pfleghof, betätigte sich im Betrieb seiner Brüder.

Der Stamm des David und der Ele trug im Lauf der Jahre äste und Zweige, die sich in der Welt verbreiteten. Der Name „Winkler‟ aber ist heute schon in den Generationen erloschen. Nur der Pfleghof in Ulm führt noch die alte Firma „Winkler‟. Die heutigen Inhaber Bernhard und Hugo Edestein haben den Betrieb völlig umgestellt und ihr Geschäft zu großer Blüte gebracht. Sie stifteten vor einigen Jahren eine Gedenktafel für das Haus, auf der auch der Name.

„Maier Winkler Malzfabrikant 1861‟

für alle Zeiten eingemeiselt ist.

Herr Benno Salmonsen erzählte folgende Begebenheiten, die als Nachtrag zu den Ausführungen von Frau Stahl dienen können: „Fanny Winkler war mit dem aus Kopenhagen stammenden Nehemia (Nem) Salmonsen verheiratet, der wahrscheinlich aus einer portugiesischen (sephardischen) Familie stammt. Er hatte seine Eltern früh verloren, wurde von seinem Großvater, der Klausrabbiner war, erzogen und sollte ebenfalls Rabbiner werden. Er schlug aber diese Laufbahn nicht ein, sondern durchreiste als eine Art Superkargo viele Länder. So kam er Ende der 40 iger Jahre des letzten Jahrhundert nach Hamburg und beschäftigte sich dort in der Tabakindustrie. Durch Zufall errettete er dort einen durch den schleswig‐holsteinischen Krieg nach Altona gekommenen bayrischen Offizier, der ihn später einmal nach Nürnberg einlud. Dort lernte er dessen Schwager, den Tabakfabrikanten Krager, kennen. Dieser hielt ihn in Nürnberg zurück und machte ihn zum Leiter seiner Tabakfabrik, der auch Vertretungen in Petroleum, Kaffee und anderen amerikanischen Importartikeln angegliedert waren. Nach dem Tode Kragers über‐ nahm Nem Salmonsen das Geschäft ganz, heiratete im Jahre 1864 und übernahm noch einen Teil des Hopfengeschäfts Winklers.