reiste als erster nach Schleswig‐Holstein und von da nach Schweden, weil man ihm erzählt hatte, daß man dort eine Art Bier braue. Er führte in Schweden den Hopfen ein und veranlaßte bayische Brauer‐ burschen, sich dort anzusiedeln.
Seine Gaben verwandte er im öffentlichen Leben zuerst im Interesse der anwachsenden Juden‐ gemeinde, deren Mitbegründer und langjähriger 2. Vorstand er war. Unter seiner persönlichen Leitung entstand die Synagoge; seine Tochter Elise überreichte den Schlüssel dem Vertreter der Stadt bei der Einweihung im Jahre 1874.
Er wurde ins Gemeindekollegium der Stadt Nürnberg und von da aus in den Magistrat gewählt, war lange Jahre Pfleger der städtischen Werke, war Mitglied des Landrats von Mittelfranken. Scharfer Verstand, große Sachlichkeit zeichneten ihn aus.
Von seinen Söhnen folgten ihm im Stadtdienst sein Sohn Eduard im Kollegium; er war lang‐ jähriger erster Schriftführer, war als solcher unter den Vertretern der städtischen Behörden beim Stapel‐ lauf des von der Stadt gestifteten Kreuzers „Nürnberg‟ in Kiel beim Prinzen Heinrich und beim Kaiser eingeladen. Große Stiftungen für Künstler und Wohltätigkeitsanstalfen wurden von ihm gemacht.
Im Magistrat trat Stefan Hopfs ältester Sohn Hans seine Erbschaft an. Auch er war bis zu seinem Tode Pfleger der städt. Werke, hafte im Kriege die städtische Lebensmittel‐ und Kartoffelver‐ sorgung unter sich. Er war der Mitbegründer der städtischen Volksbibliothek und der Lesehallen im Jahre 1898. In seinem Besitze war die größte Norica‐Sammlung, deren wertvollste Stücke der Delzenbach‐ Bohner‐Sammlung heute noch in der Familie sind.‟ ‐
Welch vortreffliche Frau und tüchtige Mutter Babette Heidenheimer, die einzige Tochter von Löb und Gella Hopf, war, zeigt folgender an Salomon Tuchmann in Fürth adressierter Brief:
Ühlfeld, 2. Februar 1852.
Meine liebe Tante und lieber herr Onkl!
Gesund kam ich zuhause an, fand aber zu meinem großen Schrecken meine 5 Kinder unwohl, siehest Du meine liebe Tante, daß meine Unruhe nicht umsonst wahr, denn ich wunderte mich selbsten daß ich immer so in Sorgen wahr wegen zuhause, ich hätte ja ganz leichtsinnig sein kennen, wenn mich diese Unruhe nicht immer plagte, aber mit Gottes Hilfe geht es immer wieder besser, meine lieben Kinder hatten starke Husten, mein kleines aber ist noch nicht ganz gesund, eben wahr der Arzt da, er sagte es währe ein Zahn‐Fieber, nehme mir Deine Kinder recht in Obacht, besonders Deine goldige Betti denn die jetzige Witterung ist sehr schädlich für den Kindern, der liebe Gott möge nur alles vor übeln Zufällen behüten. ‐ Für die gute Aufnahme und vielen Aufmerksamkeiten sage ich Euch meine Lieben meinen herzlichsten Dank, gebt mir nur bald Gelegenheit einen Theil meiner Schuld wieder abzutragen. ich bin eine große Schuldnerin.
Zuhause liebe Tante fand ich eine gute Aufnahme, mein lieber Wilhelm hatte eine große Freude mit mir, so groß wahr seine Sehnsucht, daß er manchmal weinte, darf ich nicht stolz darauf sein. Eingewöhnt bin ich noch nicht zu hause, es hat mir das Stadtleben doch recht gut gefallen, daß ich immer von wegziehen spreche. Ich bin so frey liebe Tante die 2 Flaschen Wein von den besprochenen zum Gruß zu überschicken, ich hoffe daß Du das wenige als Beweiss meiner Liebe annimmst, wenn Dir schmeckt und Du mehr von dieser Sorte willst, so beehrt mich mit euren Aufträgen. Lebet nun wohl meine Lieben und seid versichert daß ich mit aller Liebe und Dankbarkeit bin eure euch von Herzen liebende
Nichte
Babette Heidenheimer.
Deinen lieben Kindern, besonders meine Frau Gefalter meinen Gruß.
Mein lieber Wilhelm läßt euch alle herzlich grüßen, den Korb bitte ich redur zu schicken er gehört nicht mir. ‐
Salomon Hopf, dessen Name in Siegmund umgeändert wurde, zog in jungen Jahren nach Amerika, wo er ein Hopfengeschäft anfing. Sein Vetter Moritz Winkler war kurze Zeit Angestellter bei ihm. Nach 8‐10 Jahren kehrte er nach Europa zurück.
Wie Siegmund wanderte auch Jakob Hopf früh nach Amerika aus; seine Tante Ele Winkler schreibt einmal am 5. Januar 1850: „Auch unsrer Gella ihr Jakob hat mir geschrieben. Ist sehr vergnügt‐ Ist der. tägliche Gast bei meiner Julie‟. ‐ Jakob kehrte nach einigen Monaten wieder in seine Heimat zurück und half seinem Vater, der damals noch in ühlfeld wohnte, im Hopfengeschäfte. Im Jahre 1855 wollte Jakob Hopf nach Amerika zurückkehren, aber auf der Fahrt dorthin fand dieser hoffnungsvolle junge Mann den Tod ‐semi; es wird behauptet, daß das Schiff untergegangen sei.
