(hebräisch) (hebräisch)
Hier ruht der angesehene und vornehme Mann Dies ist das Grab der wackren Frau
Mordochai Tuchmann Halevi Miriam Tuchmann
das Weib des Marx Tuchmann von hier
Dann folgen Stellen aus dem Buche Ester, Dann folgen allgemeine Bibelzitate.
die sich auf Mordochai beziehen. die auf Frauenlüchtigkeit Bezug haben.

Das „der angesehene und vornehme Mann‟, auf dem Grabstein des Marx soll nicht bedeuten, daß er ein reicher Mann, sondern daß er Gemeindevorsteher gewesen war. ‐ ‐

Moritz Tuchmann fügt als Ergänzung an:

„Als Nachtrag möchte ich noch erwähnen, daß von den Verwanden meiner Eltern sehr wenig bekannt ist, jedoch will ich einiges noch nachholen. Mein Vater hatte einen Stiefbruder in Baiersdorf, namens Chajim Bär Bärmann, sowie einen Vetter, namens Josef Bärmann. Beide arme und unwichtige Leute. Letzteren, Josef Bärmann, unterstÜtzte mein Vater öfters, sowie ich mich häufig persönlich Über­zeugte. daß derselbe ein mehr gelehrter und frommer Mann, als Geschäftsmann war. ‐ Meine Mutter hatte einen Bruder Marum Engelmann in Floß, dessen einer Sohn Josef als Arzt studierte und später Hofrat und Doktor in der Irrenanstalt in Bayreuth wurde. Ein zweiter Sohn Salomon ging nach Amerika und der 3. Sohn Marum Josef war Hopfenhändler in Floß. Ferner hatte meine Mutter noch 2 Schwestern. Die eine namens Gitel war an den Lehrer Isaak Lindner in Markt Erlbach verheiratet, deren Söhne, Abraham, als Lehrer in WÜrzburg starb und Max als bedeutender Mann und deutscher Konsul in Birmingham England lebte. Die zweite Schwester meiner Mutter, Itel, Jette, war unglÜcklich in Baiers­dorf an einen Mann namens Rau verheiratet. Niemals war ich in Baiersdorf, ohne daß es nicht wider‐lichen Streit und Zank zwischen diesen Eheleuten gegeben hätte. Der jÜngere Bruder meiner Mutter Bernhard Engelmann lebt in Wilmington (Amerika), muß aber als armer Mann auch von Verwandten unterstützt werden.‟ ‐

Diesen Ausführungen ist noch ergänzend anzulügen:

Heber die Abstammung des Marx Tuchmann bestehen Meinungsverschiedenheiten, wonach er ein unehelicher Sohn gewesen sei, oder von einem Christen abstamme usw. Dieser Annahme möchte ich auf das Entschiedenste entgegentreten: Marx Tuchmann war Gemeindevorsteher in Ühlfeld, das damals eine stattliche und ziemlich vermögende irael. Gemeinde hatte. Nun ist nicht anzunehmen, daß diese Gemeinde einen Mann zum Vorsteher genommen hätte, dessen Abstammung nicht ganz klar gewesen wäre, wenn er sich auch noch so sehr in die Höhe geschwungen hätte. Auch bei seiner Heirat mit Miriam Engelmann, die aus einer sehr angesehenen Familie stammte, hätte diese Erwägung entscheidend mitsprechen mÜssen. Durch den Nachtrag der Chronik des Herrn Moritz Tuchmann kann man sich eine ungefähre Vorstellung von der Abstammung des Marx Tuchmann machen. Ich habe mir die Sache folgendermasen zurechtgelegt; Chajim Bär Bärmann und dessen Stiefbruder Marx Josef Tuchmann stammen aus den zwei Ehen ihres Vaters. Aus den Namen der beiden Söhne kann man vielleicht den Namen des Vaters nach der Namengebung der damaligen Zeit als Josef Bär oder Bär Josef konstruieren. Dieses Josef Bär Brudersohn war der im obigen Nachtrag erwähnte Josef Bärmann (geboren i. J. 1795 gest. i. J. 1844). Josef Bär heiratete also zweimal. Aus der ersten Ehe entstammt Chajim Bär Bärmann (geb. i. J. 1760 gest. i. J. 1827). Nach dem Tode der ersten Frau heiratete Josef Bär nochmals. Aus dieser Ehe entstammt Mordochai Josef Tuchmann, nach dessen Geburt der Vater Josef Bär bald starb. Die zweite Frau des Josef Bär hielt, nun nichts mehr in Baiersdorf zurÜck, da ihr Stiefson Chajim schon 14 Jahre alt und damals wahrscheinlich in der Lehre war. Sie stammte vielleicht aus Ühlfeld und so trug sie ihren kleinen Sohn Marx dorthin und verehelichte sich dort nochmals, wie der oben angeführte Brief zeigt. Ich käme also zu nachstehender Genealogie:

Bär Josef X in erster Ehe in zweiter Ehe mit x, diese X in 2. Ehe
Son: Son: Son:
Chajim Bär Bärmann Mordochai Josef Tuchmann Cheskel Kohn

Meine Annahme zu bestätigen ist mir leider nicht gelungen, da in Baiersdorf und in Ühlfeld alle Anhaltspunkte verloren gegangen sind. Den Grabstein des Josef Bär in Baiersdorf habe ich nicht gefunden; ein Gräberverzeichnis ist dort nicht vorhanden; das Baiersdorfer Register beginnt erst mit dem Jahre 1814. In den zuständigen Archiven habe ich ebenfalls keine Anhaltspunkte gefunden. Nur durch Zufall, oder wenn ein Gräberverzeichnis des Ühlfelder und des Baiersdorfer Friedhofes aufgenommen würde, könnten meine Vermutungen bestätigt werden.