Salomon Tuchmann hatte den Ruf, sehr sparsam zu sein. Er besuchte die Weltausstellung 1851 in London nicht, obwohl er zu dieser Zeit in London war, um Geld zu sparen. Diese Charaktereigenschaft ist sehr leicht zu verstehen. Er kannte die Bedeutung des Geldes von frühester Kindheit an und wusste, dass sich eine günstige wirtschaftliche Situation leicht zum Schlechten verändern konnte. Eine Brauerei konnte plötzlich zu einem schlechten finanziellen Risiko werden und durch einen Kauf zur falschen Zeit konnte viel Geld verloren gehen. Die Firma Heidenheimer, Nachbarn in der Bahnhofstraße und Freunde seit dem Markt Uehlfeld, ging in Konkurs, ein für die damalige Zeit sehr schwerwiegendes Ereignis, das den unglücklichen Schuldner veranlasste, sich aus dem gesamten gesellschaftlichen Leben zurückzuziehen.
Im Leben von Salomon Tuchmann gab es drei wichtige Ereignisse:
- • Er gründete die Firma S. Tuchmann & Söhne, die mit der Zeit viele Söhne, Enkel und Urenkel ernährte.
- • Sobald es erlaubt war, zog er von Markt Uehlfeld nach Fürth und dann nach Nürnberg,
- • Er gründete die „Salomon Tuchmann'sche Familien‐ stiftung‟, als er sein Testament machte.
Ursprünglich war die Stiftung mit 15.000 Gulden ausgestattet, später wurde sie auf 20.000 Gulden erhöht. Seine Nachkommen konnten jederzeit in der Not um Hilfe bitten. Salomon Tuchmann hat in seinem Testament festgehalten, dass es für ihn eine große Erleichterung war, zu wissen, dass drei Personen von den Zinsen der Stiftung leben konnten und nicht gezwungen waren, ihren Geschwistern zur Last zu fallen.
Leider nahm die nach dem Ersten Weltkrieg wütende Inflation den größten Teil des Stiftungsvermögens. Aber es blieb noch ein kleiner Betrag übrig, der den vielen Mitgliedern der Familie, die ihr Vermögen verloren hatten, eine gewisse Hilfe war.
Während des Dritten Reiches musste das gesamte Vermögen in eine große Anstalt überführt werden und die Stiftung verlor ihre Identität. Es ist jedoch ein Trost, dass zwei Familien nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Freundlichkeit zweier Beamter Zahlungen erhielten. Aber die Stiftung existiert nicht mehr, wie so viele andere Symbole der Wohltätigkeit und Weitsicht.
Salomon Tuchmann starb am 15. April 1875 im Alter von 67 Jahren. Er ist auf dem „Alten Friedhof‟ in Nürnberg begraben.
