Elkel Iglauer
bearbeitet nach der Chronik des Moritz Tuchmann, den Aufzeichnungen des Herrn Dr. Martin Oettinger, hier, und den Ausführungen des Herrn Fritz Bamberger, hier,
Moritz Tuchmann schreibt: „Schwester Elkel wurde ‐ gerade so wie Schwester Ele mit Winkler ‐ gegen ihre Neigung Fast gezwungen, einen alten Gargon, namens Simon Iglauer, der mit Drechsler‐ waren handelte, zu heiraten, denn auch sie hütte vorgezogen, einen tüchtigen jungen Mann in Ühlfeld zu erwühlen. Allein, wie bereits erwühnt, der Mann in Burgkundstadt besaß etwas mehr Vermögen, Herzensneigung kam nicht in die Wagschale. Ihr einziger Trost nur war es, daß Schwester Jette bereits in Burgkundstadt wohnte. Elkel starb im Jahre 1847 im frühen Alfer von 30 Jahren am ₁Kindbettfieber. Man erzühlte mir, daß sie auf Anordnung ihres Mannes, wührend dieser für Frauen geführlichen Krisis in den Keller gehen mußte um einige Drechslerartikel zu holen. Sie gehorchte diesem rücksichtslosen Befehl und büßte dadurch ihr Leben ein. Was wahr an dieser mir von Schwester Reitzenberger er‐ zühlten Sache ist, will ich nicht weiter untersuchen, wie ich aber Iglauer kannte, war er kein Freund von Zürtlichkeiten gegen seine Frau und noch weniger gegen die Außenwelt." ‐ Von der so früh verstorbenen Frau Elkel Iglauer ist nur ein Brief aufzufinden gewesen. Sie schreibt einen Gruß an einen Brief, der von Babette Tuchmann an deren Brüutigam Salomon Bing gerichtet ist:
Ühlfeld, den 6 ten May 1837
Mein lieber Schwager!
Obwohl ich mich in Deinem jüngsten Schreiben keines Grüßchen zu erfreuen hatte, so kann ich doch dieses nicht abgehen lassen ohne einige Wörtchen an Dich gerichtet zu haben. Unverhohlen muß ich Dir sagen, daß ich meistens, ja beinahe immer, recht mißgestimmt bin, weil doch der Trennung meiner lb. Babette immer nüher kommt. Hütte ich nicht Schwester Gelle, ich glaube nicht daß ich hier bliebe. Ich würde mitgehen, könntest Du zugleich eine Magd spahren. Es ist mir wahrlich sehr hange, doch denke, wenn einige Wochen herum sind, wird sich gewöhnen. Für heute wirst Du das wenig schlecht geschriebene entschuldigen. Das andere alles mündlich. Lebe wohl, das der Wunsch
Deiner
Schwägerin Elise Tuchmann.
Herr Dr. Martin Oettinger setzt nun die Chronik fort: „Simon Iglauer verheiratete sich nach dem Tode seiner ersten Frau Elkel mit einer Karoline geborenen Lenkersheimer aus Scheinfeld. Diese Frau, die mehreren Kindern das Leben schenkte, scheint mit den erstehelichen Kindern ihres Mannes nicht liebevoll gewesen zu sein. Jedenfalls hat meine Mutter, Ida. die bei ihrer überaus großen Herzens‐ gute sehr nachtrüglich war, ihrer Stiefmutter spüter nie Zuneigung, ja eher das Gegenteil gezeigt. Frau Karoline Iglauer siedelte spüter nach Gunzenhausen über und starb dort i. J. 1899. Simon Iglauer lebte in den Jahren 1870‐73 bei seinem Sohne Heinrich in Nürnberg, betrieb mit diesem einen Hopfenhandel, wührend er zuvor das Drechslerhandwerk ausgeübt hatte. Er kehrte im Jahre 1875 nach Burgkundstadt zurück und starb dortselbst bald darauf.‟ ‐
In dem schon bei der Lebensbeschreibung von Frau Jette Reitzenberger erwühnten Segnungsbuche des Bamberger Lehrers Ottenstein habe ich folgende hier interessierende Eintragung gefunden:
7‐ 6‐ 1870. Segne Herr und Vater die jüngst Verlobten:![]()
Jungfrau Clara Hofmann von hier und Herrn Heinrich Iglauer von Nürnberg.
Möge diese Verbindung unauflösbar und ewig glücklich werden. Amen.
Heinrich Iglauer vermühlte sich auch am 26. Dezember 1870 mit Klara Hofmann, Tochter des Gabriel Hofmann aus Memmelsdorf bei Bamberg. Heinrich Iglauer hatte sich im Jahre 1864 in Nürnberg als Hopfenhündler unter der Firma seines Vaters niedergelassen. ‐ Seine Frau lebt heute noch bei dem ültesten ihrer vier Söhne in hohem Alter.
Herr Dr. Oettinger erzühlt nun von seiner Mutter, der ültesten Tochter Elkels: Ida, das zweite Kind aus der Ehe des Simon Iglauer und der Elkel geb. Tuchmann, wurde nach dem frühen Tode ihrer Mutter im Jahre 1847 zu ihrer Großmutter Marianne Tuchmann nach Ühlfeld gebracht und blieb dort bis zu ihrem 17. Lebensjahre. Marianne Tuchmann soll eine robuste, im Wesen etwas derbe Frau ge‐ wesen sein. Als charakteristisch wird folgende Episode erzühlt, deren Wahrheit aber nicht bestimmt
